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BimSchG - Fledermausüberwachung

Aktualisiert: 20. Juli 2023


In bestimmten Windparks in Europa gibt es Umweltgesetze, die darauf abzielen, die Tierwelt rund um den Windpark zu schützen. Eine der häufigsten Einschränkungen ist der Schutz von Fledermäusen. Dies sind die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Fledermäuse: Liste der Säugetiere in Deutschland.


Fledermäuse jagen und fliegen normalerweise unter bestimmten Bedingungen während des Tages. Diese Bedingungen hängen stark vom Standort des Windparks, der jeweiligen Fledermauspopulation, der Jahres- und Tageszeit sowie den Wetterbedingungen ab.


In der Vergangenheit mussten die Turbinen im Sommer zwischen einer Stunde vor Sonnenuntergang und einer Stunde nach Sonnenaufgang abgeschaltet werden. Der Zeitpunkt des Sonnenauf- und -untergangs variiert im Laufe des Jahres und hängt auch davon ab, wo sich der Windpark befindet. Aus diesem Grund benötigt Turbit die genaue geografische Position der Turbinen, damit das Modul funktioniert. Diese Regel war recht konservativ und führte zu vielen unnötigen Stillstandszeiten der Turbinen, in denen keine Fledermäuse flogen.


Der nächste Schritt bestand darin, die Bedingung des Regens hinzuzufügen: Wenn es regnet, fliegen die Fledermäuse nicht.

Eine weitere Vorgabe war, dass die Fledermäuse nur bei bestimmten Temperaturen im Sommer fliegen. Fledermäuse brauchen zumindest eine gewisse Wärme, z. B. 10 °C Außentemperatur, um ihre Quartiere verlassen zu können.


Diese Temperaturbedingungen schwanken im Laufe des Jahres, weshalb es für jeden Monat andere Temperaturbedingungen gibt.


Außerdem wollen Fledermäuse nicht ausfliegen, wenn es zu windig ist, d. h. wenn der Wind stärker als 6 m/s weht. Die Bedingungen für die Windgeschwindigkeit variieren nicht nur im Laufe des Jahres, sondern auch während der Nacht, weshalb die Nacht in 10 Teile (Nachtperzentile) unterteilt wird, um die Regeln für die Windgeschwindigkeit feiner zu gestalten. Da die Länge der Nacht von der Jahreszeit abhängt, ist der Zeitpunkt, zu dem bestimmte Bedingungen gelten, nie derselbe und muss für jede Nacht einzeln berechnet werden.


Der letzte Zusatz zu den Fledermausregeln war, dass alle diese Bedingungen für eine gewisse Zeit, z. B. mindestens 30 Minuten, gegeben sein müssen, damit Fledermäuse zu fliegen beginnen. Aber auch wenn Fledermäuse bereits fliegen, weil die Bedingungen erfüllt sind, müssen die Bedingungen eine gewisse Zeit lang schlecht sein, bis sie aufhören zu fliegen. Dies wird meist als Hysterese bezeichnet. Je nachdem, ob die Fledermäuse noch nicht geflogen sind oder schon fliegen, ändern sich die Bedingungen der Windgeschwindigkeit ein wenig. Die Schwellenwerte der Windgeschwindigkeit ändern sich entweder zu niedrigeren Werten (z. B. minus 0,5 m/s), wenn die Fledermäuse nicht fliegen, und zu höheren Werten, wenn die Fledermäuse bereits fliegen. Diese Hysterese-Regeln führen, wenn sie richtig angewendet werden, zu weniger Start- und Stopp-Ereignissen der Turbine und damit zu einem geringeren Verschleiß der Turbine.


Diese sehr komplexen Regeln werden auf das Steuerungssystem der Turbine angewandt. Wenn z.B. ein Sensor zur Messung der Außentemperatur defekt ist oder nicht richtig funktioniert, kann dies zu vielen unnötigen Ausfallzeiten oder zu Betriebszeiten führen, die nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Es wird daher dringend empfohlen, die korrekte Funktion dieser Fledermausschutz-Kontrollsysteme zu überwachen.


Turbit verfügt über ein Modul zur Überwachung all dieser beschriebenen Regeln, vorausgesetzt, alle Daten werden bereitgestellt. Wenn eine Regel nicht korrekt angewendet wird, sendet Turbit automatisch einen Alarm. Diese Alarme können entweder lauten "Turbine läuft, obwohl sie nicht laufen sollte" oder "Turbine läuft nicht, obwohl sie laufen sollte".


Meistens empfängt Turbit nur Daten von 10-Minuten-Durchschnittswerten, aber das Fledermauskontrollsystem arbeitet mit 1-Minuten-Durchschnittswerten oder höher. Dies führt zu einigen Unsicherheiten in den Berechnungen von Turbit, ob die Fledermausregeln gelten sollen oder nicht. Turbit sendet daher nur Ereignisse aus, wenn ein Fledermausereignis länger als 40 Minuten dauert.







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